Ansprechpartner:

Ich interessiere mich für:

Anrede

Name

Vorname

E-Mail*

Telefon

Ihre Nachricht*

Mit dem Absenden Ihrer Anfrage erklären Sie sich mit der Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten zum Zweck der Bearbeitung Ihrer Anfrage und unserer Datenschutzerklärung und Widerrufshinweise einverstanden.

Abhängig oder verbunden?

Meeresperle Therapie Blog | Petra Maria Quack und Thomas Quack im Zentrum für ganzheitliche Traumatherapie, Meeresperle

Sind wir voneinander abhängig oder miteinander verbunden? Fast jeder würde spontan sagen, wir sind voneinander abhängig, das ist doch natürlich. Wir brauchen einander, alleine kann niemand überleben. Das klingt logisch! Aber gibt es tatsächlich nur diese beiden Möglichkeiten? Sind wir entweder eingebunden ins Kollektiv und voneinander abhängig oder auf uns selbst gestellt und verloren? Ich denke nicht.

Wir sind auf eine gesunde Ökologie angewiesen!

Wenn es nicht regnet, keine Sonne scheint und kein Wind weht, wächst nichts. Eins bedingt das andere. Der Regen macht die Erde nass, das führt dazu, dass im Boden liegende Keime austreiben. Die Sonne spendet Licht, welches die Pflanze braucht, um zu wachsen. Durch die Wärme der Sonne verdunstet Wasser aus der Erde und sammelt sich in Form von Wolken am Himmel. Sind die Wolken gesättigt, beginnt es wieder zu regnen. Durch diesen Wechsel von Regen und Sonne gedeihen die Pflanzen prächtig, sie treiben aus und blühen. Jetzt haben die Bienen ihren Auftritt, ihre Aufgabe ist die Bestäubung. Sie tragen die Pollen mit den männlichen Spermienzellen zu den empfänglichen weiblichen Blütenorganen. Nebenbei sammeln sie Blütenstaub, den sie zu Honig verarbeiten. Aus den befruchteten Blütenorganen entstehen Früchte, die wiederum anderen Lebewesen als Nahrung dienen. Diese lassen beim Fressen und beim Koten Kerne / Keime auf die Erde fallen, die im nächsten Frühling wieder austreiben. Dazu gesellt sich der Wind, er weht durch die Blüten und verteilt die Pollen in der Umgebung, wo sie dann auf die Erde fallen und irgendwann zu neuen Pflanzen werden. Der Wind verteilt außerdem Feuchtigkeit, Wärme und Kälte in der Atmosphäre. Eins bedingt das andere und alles ist miteinander verbunden.

Wenn wir die Ökosysteme nicht beeinflussen, entsteht ein natürlicher Rhythmus. Mangel und Überfluss wechseln sich ab! Beeinflussen wir diese Abläufe, weil wir Angst haben, es würde nicht genug für uns wachsen, oder weil wir unseren Profit steigern wollen, bringen wir die Ökologie aus dem Gleichgewicht. Unnatürlich lange Zeiten von Mangel oder Überfluss entstehen und anstelle von Verbundenheit empfinden wir Abhängigkeit.

Wir sind auf eine faire und gesunde Ökonomie angewiesen!

Solange ich denken kann, sind Dürren und Hungersnöte in Afrika an der Tagesordnung. Solange ich denken kann, sind die Menschen in Afrika auf unsere Unterstützung angewiesen. Solange ich denken kann, werden wir dazu aufgerufen, zu spenden, um den Menschen vor Ort zu helfen. Solange ich denken kann, werden diese Spenden dazu benutzt, Hilfsorganisationen zu finanzieren, die Nahrungsmittel nach Afrika transportieren und dort an die Bevölkerung verteilen. Aus ehemals stolzen, autonomen Stämmen sind hilfsbedürftige, abhängige Opfer geworden.

Von wenigen kleinen, privaten Projekten abgesehen, unterstützen wir die afrikanische Bevölkerung nicht dabei, mit der Mangelsituation umzugehen und sich der veränderten Situation anzupassen, wir füttern sie. Anstelle von Saatgut und unserem Wissen über eine angepasste Landwirtschaft – liefern wir Mehl. Anstelle von Technik zur Wasseraufbereitung und Wassergewinnung – liefern wir Flaschenwasser. Anstelle einer Ausbildung in Viehzucht – liefern wir Billigfleisch.

Wir schauen zu, wie Konzerne und Politik das Land ausbeuten und die Bevölkerung Afrikas immer ärmer und unselbstständiger wird. Mittlerweile sind wir von deren Armut genauso abhängig, wie die – von unserem Reichtum. Würden wir die Menschen in Afrika darin unterstützen, ein eigenverantwortliches und selbstbestimmtes Leben zu führen, würden wir im Gegenzug von deren Potential, Kreativität und Lebensfreude profitieren. Und müssten uns nicht davor fürchten, dass sie, aus der von uns mitverursachten Armut fliehen, uns überrollen und wir unseren Lebensraum und „unseren“ Wohlstand mit ihnen teilen müssen. Eins bedingt das andere und alles ist miteinander verbunden.

Du bist von Anfang an auf gesunde Bindungen angewiesen!

Ab dem Tag Deiner Zeugung bist Du in vielerlei Hinsicht auf Deine Mutter angewiesen. Deine Gesundheit und Deine Entwicklung werden unmittelbar durch das Wohlbefinden, die Gesundheit und den Lebenswandel Deiner Mutter beeinflusst. Wenn es Deiner Mutter gut geht, sie glücklich mit Dir schwanger ist und sich selbst in einer sicheren Bindung befindet, entwickelst Du ein potentiell gesundes Bindungsmuster. Ist Deine Mutter jedoch unglücklich und empfindet die Schwangerschaft mit Dir als Belastung, hängt Dein Leben davon ab, dass sie das durchsteht und Du geboren wirst. In Folge werden private wie geschäftliche Beziehungen in Deinem Leben von Abhängigkeit geprägt sein.

Nach einer idealen Schwangerschaft und einer gelungenen Geburt, gehst Du selbstverständlich davon aus, dass es jetzt immer so weitergeht und begegnest allem und jedem mit Liebe und Vertrauen. Aber nicht alle Menschen erwidern Deine Liebe und Dein Vertrauen, die meisten gehen mit Angst und Misstrauen durchs Leben und egal wie ergreifend liebevoll Du bist, Du kannst sie nicht erreichen. Du begegnest Zurückhaltung, Misstrauen, Ablehnung, Aggression und Angst. Dein Verlangen nach Bindung und Liebe wird zurückgewiesen. Aber egal, wie oft Du zurückgewiesen oder ausgenutzt wirst, Du gehst immer wieder voller Vertrauen und Liebe auf andere zu. Mit der Zeit wird Deine Suche verzweifelter und ist immer öfter erfolglos. Du beginnst, an Deinen Bedürfnissen, Deinen Gefühlen und an Dir selbst zu zweifeln. Das Ausbleiben einer Spiegelung Deiner Liebe und Deines Vertrauens führt dazu, dass Du sie in Dir selbst ablehnst. Aus der Selbstablehnung entwickelst Du ein übersteigertes Verlangen nach Bestätigung von außen. Süchtig nach Liebe und Zuwendung, zweifelst Du jedoch an der Aufrichtigkeit der anderen. Du empfindest Angst, wo vorher Liebe war und Misstrauen, wo vorher Vertrauen war! Weil Du in Dir selbst nur noch Leere wahrnimmst, machst Du Dich abhängig von dem, was andere Dir geben.

Wenn Deine Kindheit von mentaler, emotionaler und / oder sexueller Gewalt dominiert wird; Wärme, Geborgenheit und Sicherheit nicht vorhanden sind, dann bist Du bereit, für ein wenig Liebe alles zu tun. Du lehnst Dich selbst ab und bist überzeugt davon, wertlos, hässlich, dumm, nutzlos, verloren und auf garkeinen Fall liebenswert zu sein. Wie damals, als kleines Kind, suchst Du immer noch verzweifelt nach der Liebe und dem Schutz Deiner Mutter. Für ein vages Gefühl von Liebe und Sicherheit lässt Du Dich auf alle möglichen Beziehungen ein, egal ob sie Dir gut tun oder nicht. In der Hoffnung, endlich gerettet, geliebt und wahrgenommen zu werden, begibst Du Dich immer wieder in neue Abhängigkeiten.

Du machst Dich abhängig.

Du bist in Deinem Leben immer wieder mal auf die Unterstützung anderer angewiesen, ob Du aus solch einer Situation stärker, lebendiger und autonomer hervor kommst oder Dich in eine Abhängigkeit begibst, hängt davon ab, ob Du zu jedem Zeitpunkt eigenverantwortlich handelst.

Du machst Dich dann von anderen Abhängig, wenn Du nicht bereit oder nicht in der Lage bist, Verantwortung für Dich selbst zu übernehmen. Wenn Du die Kontrolle über Deine Situation abgibst, jede Hilfe kritiklos annimmst und dabei anderen erlaubst, Deine Grenze zu verletzen, gibst Du Deine Souveränität auf. Früher oder später fürchtest Du Dich davor, wieder auf eigenen Füssen stehen zu müssen. Du glaubst, Dein Leben nicht mehr alleine bewältigen zu können.

Du machst andere abhängig.

Du machst andere von Dir abhängig, wenn Du ihnen die Verantwortung für ihre Situation abnimmst und ihnen hilfst, um einen materiellen Vorteil zu erlangen oder Dich einfach nur besser zu fühlen. In der Lage zu sein, jemandem zu helfen, ist ein gutes Gefühl. Du bist stärker als der andere und hast etwas zu geben. Du übernimmst die Kontrolle über das Leben des anderen und machst Dich unentbehrlich. Wenn Du Dich stolz für Deine Unterstützung feierst, verlierst Du den Kontakt zu dem, den Du unterstützt und zu Dir selbst. Um dieses Gefühl der Macht und Überlegenheit aufrecht zu erhalten, musst Du verhindern, dass der andere zurück in seine Souveränität findet. Du machst ihn von Deiner Hilfe und Dich von seiner Bedürftigkeit abhängig.

Wenn der, dem Du hilfst, nicht bereit oder nicht in der Lage ist, Verantwortung für seine Situation oder gar sein Leben zu übernehmen, ist es in den meisten Fällen besser, ihn nicht weiter zu unterstützen. Auf jeden Fall ist es zwingend notwendig, Deine eigene Haltung zu überprüfen und zu korrigieren, wenn Du aus egoistischen Gründen handelst. Ansonsten machst Du den Hilfsbedürftigen von Dir abhängig und bist von da an für ihn und sein Leben verantwortlich.

Co – Abhängigkeit

In einer Co – Abhängigkeit profitieren alle Beteiligten von der gegenseitigen Abhängigkeit. Es ist eine Variante der Opfer-Täter und Täter-Opfer Dynamik. Grundvoraussetzung ist, dass eine Gruppe es genießt hilfsbedürftig zu sein, weil sie untätig bleiben kann und versorgt wird. Während die andere Gruppe davon profitiert, tätig zu sein, Kontrolle zu haben und Macht auszuüben. Keine der Gruppen kann ohne die andere existieren.

Entwickeln die Opfer wieder Souveränität, verliert die Tätergruppe ihre Macht. Hören die Täter damit auf, die Opfergruppe zu kontrollieren und zu versorgen, müssen diese ihre Untätigkeit aufgeben und wieder Verantwortung für sich selbst übernehmen.

Fazit

Solange Deine Bindungsmuster durch Prägungen, Konditionierungen und Traumata gestört sind, ist es Dir nicht möglich, Dich mit anderen Menschen zu verbinden, weil Du weder Dich selbst noch die anderen als gleichwertig anerkennst. Als Kind hast Du die Erfahrung gemacht, dass Du nur dann akzeptiert wirst, wenn Dein Verhalten den Erwartungen der anderen entspricht. Du lebst unerfüllten Bedürfnissen hinterher und versuchst diese zu befriedigen, indem Du Dich über- oder unterlegen fühlst und andere von Dir oder Dich von anderen abhängig machst.

Wenn Du Dich selbst befreit und Deine Autonomie zurückgewonnen hast, verbindest Du Dich mit anderen in authentischen, gleichberechtigten, verbindlichen und lebendigen Beziehungen.

Weiterführende Texte

Mit folgenden Texten kannst Du, die hier angesprochenen Themen vertiefen: Macht und Ohnmacht, Mobbing, Verantwortung, Eigenverantwortung, Ich bin!, Beziehungskrise, Symbiosetrauma, Sexueller Missbrauch, Mama



Hast Du dazu eine Meinung?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.