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Missbrauch

Diese Angst kann wieder Liebe sein!

Missbrauch ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Jeden Tag werden wir mit neuen unvorstellbaren Missbrauchsfällen konfrontiert. In den meisten Nachrichten geht es um emotionale, körperliche und / oder sexuelle Gewalt an Kindern. Noch vor 10 Jahren wurde das Wort; „Missbrauch“ so gut wie gar nicht erwähnt und wenn doch jemand öffentlich darüber sprach oder berichtete, wurde er als unglaubwürdig und der Bericht als übertrieben abgestempelt. Den Opfern wurde nicht geglaubt, sie wurden überhaupt nicht wahrgenommen!

Heute sind diese Meldungen so alltäglich, dass sie in der Masse der Horrornachrichten untergehen. Menschen sind kurz entsetzt und gehen dann zur Tagesordnung über. Wir sind immer noch genau da, wo wir vor 10 Jahren waren, Missbrauch wird immer noch nicht ernst genommen.

Missbrauch im Alltag

In den meisten Berichten werden die Täter als namenlose, unpersönliche Monster dargestellt. Das Milieu, in dem diese Unmenschen ihre Taten begehen ist entweder: sozial benachteiligt, sexuell pervertiert oder eine diese undurchsichtigen Institutionen, aber auf keinen Fall „normal“. Wenn wir nicht bereit sind, der Wahrheit ins Auge zu schauen und anzuerkennen, dass Täter und Opfer mitten unter uns leben und ganz normale Menschen sind, mit denen wir Tag täglich ganz normalen Umgang pflegen, wird es uns nicht gelingen, das wahre Ausmaß zu erkennen. Solange wir nicht aufrichtig hinschauen, bleiben Täter und Opfer anonym!

Missbrauch ist alltäglich und geschieht jeden Tag in allen Schichten der Gesellschaft, in jeder Kultur und in jedem Land dieser Erde. Es werden Babys, Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Alte jeden Geschlechts von Männern und Frauen missbraucht. Die meisten Taten finden innerhalb der Familie oder dem näheren Umfeld statt. Die Täter und Täterinnen sind ganz normale: Väter, Stiefväter, Mütter, Brüder, Schwestern, Großeltern, Onkel, Tanten, Nachbarn, Freunde der Familie, Babysitter, Lehrer, Pfleger, Betreuer, Autoritätspersonen, Erziehungsberechtigte, …

Missbrauch und Gewalt

Missbrauch findet immer in Verbindung mit Gewalt statt, wir unterscheiden: emotionale, körperliche und sexuelle Gewalt.

Emotionale Gewalt: ist die am weitesten verbreitete Form von Missbrauch. Emotionale Gewalt entsteht direkt aus der eigenen Traumatisierung, geschieht oft unbewusst und unbeabsichtigt. Sie kommt überall da vor, wo Menschen sich begegnen und miteinander leben oder arbeiten: in jeder Familie, Ehe, Beziehung, Institution, Schule, …

  • Unterdrückung
  • Liebesentzug
  • Vereinnahmung
  • Ablehnung
  • Vernachlässigung
  • Schuldzuweisung
  • Vorwürfe
  • Erniedrigung
  • Einschüchterung
  • Emotionale Manipulation
  • Angstübertragung
  • Verrat
  • Überforderung
  • Konkurrenz
  • Machtspiele
  • Emotionale Erpressung
  • Kontrolle
  • rituell – religiöse Manipulation

Körperliche Gewalt: wird immer in Verbindung mit emotionaler Gewalt ausgeübt. Körperliche Gewalt ist Ausdruck der eigenen Traumatisierung. Sie ist entweder die unmittelbare Folge eines Kontrollverlustes, dem ein Gefühl der Angst, Verletzung, Erniedrigung, Bedrohung oder Hilflosigkeit vorrausgehen. Oder sie dient als Demonstration von Macht und Überlegenheit, dahinter stehen Gefühle von Minderwertigkeit, Aggression, Hass, Verachtung, Rache oder Lust. Sie kommt überall da vor, wo Menschen miteinander konkurrieren, sich gegenseitig unterdrücken und gegeneinander kämpfen: in Familien, Ehen, Beziehungen, Institutionen, Kriegen, …

  • Züchtigung
  • Prügel
  • Misshandlung
  • Freiheitsentzug
  • Nahrungsmittelentzug
  • Überfüttern
  • medizinische Eingriffe, wie beispielsweise Einläufe
  • Sadismus
  • Folter
  • rituelle Opferung / Tötung
  • Schlafentzug

Sexuelle Gewalt: wird immer in Verbindung mit emotionaler und körperlicher Gewalt ausgeübt. Sexuelle Gewalt ist die extremste Folge der eigenen Traumatisierung. Die massive Grenzüberschreitung wird von Täter / Täterinnen verdrängt, heruntergespielt, bagatellisiert, verniedlicht und sogar verherrlicht. Sie kommt überall da vor, wo Menschen sich begegnen, miteinander leben oder arbeiten, konkurrieren, sich gegenseitig missachten, unterdrückt werden und gegeneinander kämpfen: in Familien, Ehen, Beziehungen, Institutionen, Kriegen, …

  • sexualisierte Atmosphäre
  • Voyeurismus
  • oraler, analer und vaginaler Missbrauch
  • Inzest
  • rituell – sexuelle Gewalt
  • sexueller Missbrauch
  • Vergewaltigung
  • Kinderpornographie
  • Kinderprostitution
  • Zwangsprostitution

Missbrauch ist die perfideste Form der Traumatisierung: Abhängigkeit . Manipulation . Verrat . Gewalt

Missbrauch zerstört dein Vertrauen

„Das Vertrauen eines Kindes zu zerstören bedeutet, sein ganzes Leben zu zerstören.“

Wenn du als Kind einen Missbrauch erfahren hast, wurde dein Grundvertrauen zerstört. Ein Mensch, dem du vertraut hast, den du geliebt hast, mit dem du verbunden und von dem du abhängig warst, hat Dinge mit dir getan, die du nicht verstehen und begreifen konntest. Er hat dein Vertrauen und deine Liebe ausgenutzt, dir wehgetan und dich verraten. Der Raum in dem du dich sicher gefühlt hast, war plötzlich nicht mehr da. Du warst verwirrt und hattest schreckliche Angst: „Wer mag mich jetzt noch, wem kann ich vertrauen, wer liebt mich wirklich, wo bin ich sicher, …?“ Du hast dich leer und wertlos gefühlt – wie beschädigte Ware.

Damit du überlebst und nicht verrückt wirst, hat dein Nervensystem eine Nebelwand zwischen den Missbrauch und dein Bewusstsein geschoben. Die Erinnerung daran verblasst, wie die, an einen Traum nach dem Aufwachen.

Überlebens- und Abwehrstrategien

Mit dieser Trennung wurden Teile deiner Persönlichkeit (Seelenanteile) abgespalten. Um diesen Verlust auszugleichen, hat sich dein Nervensystem angepasst und Überlebens- und Abwehrstrategien entwickelt. Wie Narben verschließen sie die Wunden in deinem System und genau wie Narben stören die Überlebens- und Abwehrstrategien deinen natürlichen Lebensenergie- und Emotionsfluss. Dein Wesen hat sich verändert und dein Verhalten angepasst:

  • Flucht vor der Realität, Wunschvorstellungen bestimmen den Alltag.
  • Vermeidung von Intimität und tiefen, verbindlichen Gefühlen.
  • Zwanghaftes Suchen oder vermeiden von Sexualität.
  • Vermeidung von gesellschaftlichen und sozialen Veranstaltungen.
  • Zwanghaftes Arbeiten, Erfolge bestimmen den Alltag.

„Um zu überleben, baust du eine emotionale Mauer um dich selbst.“

Verraten und Missbraucht

MissbrauchMenschen die sagen, sie lieben mich -tun mir weh. Menschen die sagen, sie lieben mich- verraten mich.

  • Deine Abhängigkeit wurde ausgenutzt.
  • Dein Vertrauen wurde missbraucht.
  • Dein Wille wurde gebrochen.
  • Deine Grenzen wurden ohne deine Zustimmung überschritten.
  • Du hast Fürsorge und Missbrauch abwechselnd erlebt.
  • Du hast gelernt, das Schmerz der Preis für Liebe ist.
  • Du erlebst Sexualität als verletzend und beschämend.

Den Missbrauch vergessen?

Jetzt bist du erwachsen und hast vergessen, was dir angetan wurde. Überlebens- und Abwehrstrategien schützen dich vor deiner Vergangenheit und helfen dir dabei, deinen Alltag zu meistern. Du hast deine Gefühle unter Kontrolle und lebst, zurückgezogen in einem Panzer aus Verhaltensmustern, Vorstellungen, Illusionen, Wünschen, Hoffnungen, Glaubenssätzen, Normen, moralischen Regeln, religiösen Dogmen, irrationalen Ängsten, politischen Überzeugungen, kulturellen Zwängen, usw. Dein Leben funktioniert! Bis eines Tages ein ganz gewöhnliches Ereignis (Umzug, Geburt, Prüfung, Trennung, Fernreise, Zahnschmerzen, Tod, Wechseljahre, …), zu einer ungewöhnlichen Reaktion führt.

Du hast vergessen, was dir angetan wurde – dein Körper nicht!

Plötzlich funktionieren deine Strategien nicht mehr, dein Leben stürzt wie ein Kartenhaus in sich zusammen und du bist, fest eingeschnürt in deinen Panzer, nicht fähig darauf zu reagieren. Dein Alltag wird zur Belastung und dein Umfeld zur Bedrohung. Angst und Misstrauen bestimmen mehr und mehr dein Leben, dein Nervensystem ist in ständiger Alarmbereitschaft, du entwickelst Verdrängungs- und Vermeidungsmuster, um dein „Versagen“ vor anderen und dir selbst zu verbergen. Um dich vor deiner eigenen Vergangenheit zu schützen, ziehst du dich immer weiter in die Isolation deines Panzers zurück oder verlierst dich in Aktionismus.

Missbrauch und die Folgen

Wenn du als Kind missbraucht wurdest, ist dein gesamtes weiteres Leben dadurch gestört und beeinträchtigt. Als Spätfolgen entstehen körperliche Erkrankungen und seelische Störungen, die alle Bereiche deines Systems betreffen können.

Zu den Folgen zählen:

  • Hormonelle Störungen
  • Magen-/ Darmprobleme, Verdauungsstörungen
  • Schluckbeschwerden
  • ständiger Husten- / Würgereiz
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Allergien
  • Schilddrüsendysfunktion
  • Schlafstörungen
  • Herz-/ Kreislauferkrankungen
  • Herpes
  • Bindegewebsschwäche
  • Hautprobleme
  • Vaginalpilz
  • Zahn- und Kieferprobleme
  • Sehstörungen
  • Hörsturz
  • Impotenz, Störung der Libido
  • Störungen der Sexualität
  • Energielosigkeit, Lustlosigkeit, Haltlosigkeit
  • Konzentrations-, Gedächtnisstörung
  • Isolation – innere Starre und Lähmung
  • Abhängigkeiten
  • mangelnde Willenskraft, sich treiben lassen
  • Erfolgszwang, Workaholic, Rastlosigkeit, getrieben sein
  • Unfähigkeit Grenzen zu setzen
  • ADS, ADHS
  • Ängste, Panikattacken, Phobien, Paranoia
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Narzissmus
  • Borderline
  • Multiple Persönlichkeit
  • Verfolgungswahn
  • Aggressivität
  • Depression
  • Beziehungsunfähigkeit
  • Co – Abhängigkeiten
  • Verwahrlosung, Messie
  • Sprachstörungen
  • Suchtprobleme / Suchtanfälligkeit
  • Zwangsstörung
  • Selbstzerstörung, Selbstsabotage

Die körperlichen Erkrankungen und seelischen Störungen sind eine enorme Belastung für unser Gesundheitssystem und werden so gut wie nie mit frühkindlichem Missbrauch in Verbindung gebracht. Würde Missbrauch als Ursache in Erwägung gezogen, müssten die bisherigen Behandlungskonzepte in Frage gestellt werden.

Missbrauch und Verdrängung

Verhaltensmuster, die zur Verdrängung und Vermeidung dienen, sind den Abwehr- und Überlebensstrategien sehr ähnlich. Wir unterscheiden den Zeitpunkt, die Ursache und den Entstehungsprozess. Wann, warum und wie sind sie entstanden? Abwehr- und Überlebensstrategien sind zum Zeitpunkt des Missbrauchs, ohne dein aktives und bewusstes Zutun, durch Abspaltung eines oder mehrerer Persönlichkeitsanteile und Umstrukturierungen in deinem Nervensystem entstanden, sie bilden deine Verpanzerung. Du hast dich angepasst und dein Leben entlang der Grenzen dieser Verpanzerung ausgerichtet. Du fühlst dich wohl und nimmst nicht wahr, dass du in deinen eigenen Abwehr- und Überlebensstrategien gefangen bist.
Wenn dieser Panzer Risse bekommt und deine Überlebensstruktur ins Wanken gerät, beginnst du zu verdrängen und zu vermeiden.

  • Du stopfst von oben ständig Essen in dich rein und hoffst, dass so von unten keine Gefühle hochkommen können.
  • Du fängst an zu kiffen, um dein Bewusstsein zu vernebeln und hoffst, dass das, was du im Qualm nicht sehen kannst, auch nicht existiert.
  • Du trinkst immer mehr und hoffst, dass das, was du im Rausch nicht mehr wahrnehmen kannst, auch nicht wahr ist.
  • Du verletzt dich selbst, weil du in diesem Moment den eigentlichen Schmerz nicht mehr spürst.
  • Du quälst dich selbst, weil du dann die quälenden Erinnerungen nicht mehr wahrnimmst.
  • Du sorgst dafür, dass du pausenlos beschäftigt bist, um der Leere in dir keinen Raum zu geben.

Verdrängen ist nicht ungeschehen machen!

Verdrängung und Vermeidung sind halbbewusste Verhaltensmuster zum Selbstschutz und haben in der Regel Suchtcharakter. Flucht in die Sucht ist oft der einzige, erkennbare Weg den quälenden Erinnerungsfetzen und der sichtbar werdenden Wahrheit zu entkommen. Süchte helfen dir, dich nicht zu spüren! Du verbrauchst ständig Lebensenergie, um zu verdrängen und zu vermeiden. Umso größer die Gewalt im Missbrauch war und je näher du dem Täter stehst, umso größer ist die Angst, es könnte tatsächlich alles wahr sein und irgendjemand könnte dich entlarven. Du entwickelst immer raffiniertere Verhaltensmuster, um nicht aufzufallen.

Nebel im Zentrum für ganzheitliche Traumatherapie„Du bist dein ganzes Leben auf der Flucht, vor dir selbst und den schmerzvollen Erinnerungen.“

Verdrängungs- und Vermeidungsmuster:

  • Missbrauch von legalen und illegalen Drogen
  • Flucht vor der Realität, Wunschvorstellungen bestimmen den Alltag
  • Vermeidung von Intimität und tiefen, verbindlichen Gefühlen
  • Selbstablehnung, Selbstverletzung, Selbstzerstörung
  • Helfersyndrom
  • Übertriebener Sport
  • zwanghaftes Suchen oder Vermeiden von Sexualität
  • zwanghaftes Einkaufen
  • zwanghaftes Arbeiten
  • zwanghaftes Spielen
  • zwanghaftes Essen oder Nicht Essen
  • zwanghaft soziale Kontakte knüpfen
  • ständig Party machen
  • immer gut drauf sein, egal wie

Viele dieser Verhaltensmuster entsprechen der gesellschaftlichen Norm und das perfide ist, dass du, durch unser wirtschaftliches, politisches, religiöses, soziales und gesellschaftliches System darin bestärkt, wenn nicht gar dazu genötigt wirst, zu verdrängen und zu vermeiden. Du sollst funktionieren, deinen Schmerz nicht zeigen und schon gar nicht im Dreck wühlen. Niemand will die schmutzige Wahrheit sehen, auch du selbst nicht!

„Im Übrigen gilt ja hier derjenige, der auf den Schmutz hinweist, für viel gefährlicher als der, der den Schmutz macht.“ Kurt Tucholsky

Trauma – Missbrauch

Missbrauch ist emotionale, körperliche und sexuelle Gewalt, die dein ganzes Wesen auf allen Ebenen erschüttert. Dein Verstand kann den Missbrauch weder als Erfahrung einordnen noch bewältigen, du fällst in eine Schockstarre. Um dein Überleben zu sichern, isoliert dein Nervensystem das Ereignis, die damit verbundenen Gefühle und stark betroffene Persönlichkeitsanteile von deinem Bewusstsein. Die entstandene Wunde wird durch eine energetische „Narbe“ verschlossen. Diese „Narbe“ blockiert den Fluss der Lebensenergie, wodurch ein bestimmtes Energiesegment austrocknet und dort eine Verpanzerung entsteht.

„Das eigentliche Trauma beginnt, wenn der Missbrauch aufhört.“

Das so isolierte Ereignis, verbleibt als schlafender oder eingefrorener Persönlichkeitsanteil in deinem Unterbewusstsein. Wird dieser Anteil, unerwartet oder kontrolliert, durch einen Trigger berührt, kann er zurück in dein Bewusstsein gelangen. Geschieht dies unerwartet, werden deine Überlebens- und Abwehrstrategien oder Verdrängungs- und Vermeidungsmuster aktiviert. Wird ein abgespaltener Anteil, im Rahmen einer Therapie, bewusst getriggert, hast du die Möglichkeit diesen Anteil zu reintegrieren.

Vor langer Zeit hast du die Tür zu deinem Herzen verschlossen und verbringst dein Leben abgeschnitten von deinen wahren Gefühlen in Scham, Schuld und Schande. Wie in einer verletzten und verschlossenen Auster ist auch in dir eine wunderschöne, einzigartige Perle versteckt. Wenn du bereit bist, deine Trauer und deinen Schmerz da sein zu lassen, kannst du dich langsam öffnen und deine Perle wird für dich und alle anderen sichtbar.

„Am Ende ist alles gut, wenn es noch nicht Gut ist, dann ist es noch nicht das Ende!“
altes indisches Sprichwort

Missbrauch und ganzheitliche Traumatherapie

Ganzheitliche Traumatherapie kann das Geschehene nicht ungeschehen machen, aber dich darin unterstützen, deinen Panzer aufzulösen. Dazu reicht es nicht, zu wissen, dass du missbraucht wurdest, du musst dir vertrauen und den Mut haben, es nochmal zu fühlen. Es ist wichtig, dir zu erlauben das Schweigen zu brechen und die ganze Wahrheit aufzudecken, deine Rationalisierung aufzugeben, um deinen unterdrückten Gefühlen einen Ausdruck zu verleihen. Für deine Heilung ist die Re – Integration deiner abgespaltenen Lebensenergie (Persönlichkeitsanteile) unerlässlich.

In vielen Therapietechniken wird der Focus auf die Stabilisierung und Ressourcenbildung gelegt. Die Therapiezeit wird dafür genutzt, nach Stärken zu suchen, die dir in diesem Zustand gar nicht zur Verfügung stehen. Diese Vorgehensweise ist unsinnig, da die Ressourcen, die notwendig wären dich so zu stabilisieren, dass du deinen Gefühlen gefahrlos begegnen kannst, in Überlebens- und Abwehrstrategien gebunden sind. Wenn du deine Zeit also damit verbringst, Ressourcen aufzubauen, stärkst du gleichzeitig deine Überlebens- und Abwehrstrategien, die dich darin unterstützen, das kleinste Hindernis zu nutzen, um die Begegnung mit deinen Gefühlen zu vermeiden. In einem desolaten Zustand solltest du dich natürlich nicht der Gefahr aussetzen, deinem Missbrauch noch einmal zu begegnen!

Um dich selbst aus deiner eigenen Gefangenschaft zu befreien sind mehrere Schritte notwendig:

  • Akzeptiere, dass du ein Problem hast.
  • Erkenne an, dass du traumatisiert bist.
  • Such dir professionelle Hilfe.
  • Du must deinem Therapeuten vertrauen, sonst geht es nicht.
  • Lass dich darauf ein.
  • Sei es dir wert, Zeit und Geld zu investieren.
  • Sei bereit, zu verzichten (einen Urlaub, neues Outfit), wenn es notwendig ist.
  • Sei geduldig, auch ein kleiner Schritt ist ein Schritt.
  • Lass alle Gefühle da sein, auch wenn du sie kaum ertragen kannst.
  • Geh immer an deine Grenzen.
  • Lerne zwischen “mehr geht nicht” und “ich will nicht” zu unterscheiden.
  • Fang an deine Grenze auszudehnen, geh immer ein Stück weiter, als du glaubst ertragen zu können.
  • Vertrau dir selbst.
  • Lass dich auf dich ein.
  • Du selbst – kannst dir nicht zu viel sein.
  • Nur du selbst kannst dich befreien!

Um den Panzer deiner Überlebens- und Abwehrstrategien aufzulösen, ist es notwendig, dich auf deine Gefühle einzulassen und alle Ebenen bis hin zum Missbrauch bewusst noch einmal zu erleben. Ganzheitliche Traumatherapie ist ein Therapieansatz, der es dir ermöglicht, dich direkt und unmittelbar mit dem Schmerz, der Trauer, der Verwirrung, dem Ekel, der Schuld, der Scham, der Aggression, der Angst, … auseinander zu setzen (z.B. Atemtherapie). Dabei ist die Erinnerung an deinen Missbrauch (z.B. Aufstellung) genau so wichtig, wie die Wiederherstellung des biochemischen Gleichgewichtes in deinem Nervensystem (z.B. Neurostresstherapie). Wenn dein Nervensystem in Balance ist, bist du in der Lage, dich den Herausforderungen zu stellen, dann bist du stark genug, um dich auf deine Gefühle einzulassen.

Ganzheitliche Traumatherapie ist so vielfältig und flexibel, dass wir uns in der gemeinsamen Arbeit – immer wieder neu – auf deine Abwehr- und Überlebensstrategien, deine Verdrängungs- und Vermeidungsmuster, deine Widerstände und deine Fortschritte einstellen können. Damit du dich in deiner individuellen Geschwindigkeit selbst befreien kannst.

Selbsterfahrungstherapie Training Missbrauch

Das Selbsterfahrungstherapie Training ist ein geschützter Raum, den Du mit Frauen teilst, die genauso wie Du, über ihren Körper, ihre Gefühle und ihre Sexualität wieder selbst bestimmen wollen. Unterstützt von der Gruppenenergie, der Erkenntnis, nicht die Einzige zu sein, die missbraucht wurde, den Übungen, die ich entwickelt habe und meiner Begleitung hast Du die Möglichkeit, Dich auf Dein Trauma und Dich selbst einzulassen.

Das Training beinhaltet:

  • Detaillierte Arbeitsunterlagen
  • Ausführliche Erklärungen
  • Kognitive Reflektion / Schreibübungen
  • Gruppengespräche / Partnerübungen
  • Psychologisch – strukturelle Körpertherapie
  • Systemische Aufstellungsübungen
  • Therapeutische Ton- und Atemübungen
  • Impulsiv – emotionaler Ausdruck / Wutarbeit
  • Ausdruckstanz / Inner Dance
  • Ausdrucksmalen / Maltherapie
  • Meditation / Trancereisen

Die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der aufeinander abgestimmten Übungen ermöglichen Dir, Dich Deinem Missbrauchstrauma aus verschiedenen Richtungen zu nähern, es in seiner Ganzheit wahrzunehmen und zu erkennen, wie sehr es Dein Leben bestimmt. Du hast in jedem Moment die volle Kontrolle, Du bestimmst das Tempo und wie weit Du gehen willst!

Bei Bedarf steht nach dem Seminar therapeutische Unterstützung zur Verfügung. Einzeltherapie, Paartherapie und regelmäßige Aufstellungstage im Zentrum für ganzheitliche Traumatherapie runden unser Angebot ab.


Sexueller Missbrauch

Trotz starker Medienpräsenz, ist sexueller Missbrauch noch immer ein Tabuthema. Als Opfer wirst du zweimal erniedrigt, wenn du missbraucht wirst und wenn du den Missbrauch öffentlich machst! Aber nur wenn wir das Schweigen brechen und offen darüber reden, können die Wunden heilen und die Missbrauchsspirale durchbrochen werden!


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Macht und Ohnmacht

Das Macht / Ohnmacht Prinzip ist in der Frauengruppe 'Missbrauch - Diese Angst sollte Liebe sein!' ein zentrales Gruppenthema. In diesem Selbsterfahrungstherapie Training kannst du erkennen, wie sich das Macht / Ohnmacht Prinzip durch Missbrauch entwickelt hat und wie es heute noch dein Leben prägt.


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Mobbing

Mobbing ist Missbrauch und wenn du gemobbt wirst, ist es sehr wahrscheinlich, dass du auch an anderer Stelle in deinem Leben Missbrauch erfährst oder erfahren hast. Als Mobbing - Opfer wird dir extreme Gewalt angetan - du wirst terrorisiert. Quälende Angst & Ohnmacht werden zu deinen täglichen Begleitern.


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