Ansprechpartner:

Ich interessiere mich für:

Anrede

Name

Vorname

E-Mail*

Telefon

Ihre Nachricht

Mit dem Absenden Ihrer Anfrage erklären Sie sich mit der Verarbeitung Ihrer angegebenen Daten zum Zweck der Bearbeitung Ihrer Anfrage und unserer Datenschutzerklärung und Widerrufshinweise einverstanden.

Selbstablehnung

Zwischen mir und meiner Liebe steht mein Nein!

Was soll denn zwischen mir und meiner Liebe stehen? Ich verstehe es nicht, aber ich spüre, dass sich zwischen meinem Bedürfnis nach Nähe, Geborgenheit und Zugehörigkeit und meiner Bereitschaft bzw. Fähigkeit, mich darauf einzulassen, eine scheinbar unüberwindbare Blockade befindet. Das ist sehr widersprüchlich und verwirrend:

  • Ich will Nähe, aber ich habe Angst, mich darauf einzulassen.
  • Ich suche nach Geborgenheit, aber wenn ich sie finde, ist sie mir zu eng.
  • Ich sehne mich nach Zugehörigkeit, aber ich will nichts von mir geben oder dafür tun.
  • Ich will Liebe, aber ich begebe mich immer wieder in Abhängigkeiten.

Liegt das an mir oder an den Anderen? Wenn es an den Anderen läge, müsste ich nur solange suchen, bis ich die Richtigen gefunden habe und dann wäre alles gut! Wie geht es eigentlich den Anderen damit? Geht es nur mir so? Ich habe noch nie mit jemandem darüber geredet und auch noch nie gehört, dass es auch anderen so geht. Aber alle, die ich kenne, sind auf der Suche, irgendwie unzufrieden und einsam.

Ich verberge mein Nein!

Dieses Nein – das mich von meiner Liebe trennt – ist weder für andere, noch für mich selbst sichtbar. Es ist ein laviertes und lavierendes Nein. Die Worte: laviert – maskiert und lavieren – geschickt ausweichen, beschreiben dieses Nein besonders gut. Zum einen verberge ich das Nein hinter unterschiedlichen Symptomen wie Müdigkeit, Migräne, Unwohlsein, Erschöpfung, Überforderung, Aktionismus, Stress, Wichtigtuerei, Aggression, Überheblichkeit usw. und zum anderen nutze ich die Maskierung um mich durch mein soziales Umfeld zu bewegen ohne anzuecken oder jemanden direkt abzulehnen.

Beispielsweise nicht zu können, weil es mir nicht gut geht oder weil ich einfach zu viel um die Ohren habe, stößt zwar auch nicht unbedingt auf Begeisterung, wird aber nicht nur akzeptiert, es erzeugt sogar Mitleid und Bedauern.

Mir ist es lieber, bemitleidet und bedauert als abgelehnt zu werden. Wenn ich bedauert werde, habe ich das Gefühl, dass sich jemand für mich interessiert.

Würde ich einfach: „Nein, ich will nicht!“ sagen, wären die Menschen in meinem Umfeld beleidigt, fühlten sich verletzt, würden sich von mir abwenden, schlecht über mich reden, mich zum Sündenbock machen und mich schlussendlich ausgrenzen.

Als ich noch ganz klein war und mit meiner Liebe und meinem Vertrauen bei Jedem und bei jeder Gelegenheit nach Nähe, Geborgenheit, Zugehörigkeit und Liebe gesucht habe, wurde meine Offenheit häufig missverstanden und zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse missbraucht. In der Hoffnung, so dieser ständigen Enttäuschung und Ablehnung zu entkommen, habe ich gelernt, meine wahren Bedürfnisse auch vor mir selbst zu verleugnen. Noch immer lehne ich alles in mir ab, was von anderen abgelehnt, enttäuscht oder missbraucht werden könnte, auch und ganz besonders meine Liebe. Ich sage heimlich: „Nein, nie wieder lasse ich mich soweit ein, dass ich verletzt werden könnte!“

Woher kommt mein Nein?

Zwischen mir und meiner Liebe steht mein Nein! Es geht also um meine Liebe und mein Nein. Wie konnte es dazu kommen, dass ich ein so starkes Nein entwickelt habe, dass es sogar meine Liebe verhindern kann?

Sofort nachdem ich geboren war habe ich damit begonnen, nach Nähe, Geborgenheit, Zugehörigkeit und Liebe zu suchen, das war und ist bis heute überlebenswichtig für mich. Von Anfang an begegne ich auf meiner Suche: Distanz, Kälte, Abwesenheit, Ignoranz, Ablehnung, Vereinnahmung, Aggression, Gewalt und Angst.

Alle, bei denen ich suche – sind selbst auf der Suche und alle wollen etwas, das keiner zu geben hat.

Daraus ist etwas sehr Verwirrendes entstanden. Mit meinem Wunsch nach Nähe treffe ich auf Menschen, die ebenfalls Nähe suchen und selbst keine zu geben haben. Was soll ich jetzt tun?
Ich muss ihren Wunsch nach Nähe ablehnen, ohne dass mein Nein wahrgenommen wird. Würde ich einfach sagen: „Nein, ich will keine Nähe geben, ich will Nähe haben!“, würde ich ausgestoßen werden und könnte nicht mehr darauf hoffen, doch irgendwann einmal Nähe zu bekommen. Wir alle haben dasselbe Problem und die Lösung lautet: ich verberge mein Nein und tue einfach so, als ob ich Nähe geben oder bekommen würde.

Wir frieren gemeinsam und reden uns ein, dass es schön warm ist.

Mein Nein hat viele Gesichter!

Mit welcher Maskierung meines Neins ich mich präsentiere, hängt von verschiedenen Faktoren ab: meiner Prägung, Konditionierung, physischen und psychischen Verfassung, Stimmung, Stressbelastung und wie mir andere begegnen. Grundsätzlich gilt hier das Resonanzprinzip: ich reagiere auf meine Umwelt und meine Umwelt reagiert auf mich. Wer jetzt genau auf wen reagiert ist nicht von Bedeutung, das Resonanzprinzip ist unmittelbar. Wir schwingen miteinander und bestimmen unser Verhalten, in diesem Fall unser maskiertes Nein, gleichzeitig – gegenseitig.

Zwischen mir und mir steht eine Mauer aus Nein!

Nein – Verhalten in fünf Grundtypen

  • einfordernd, schwach, bequem, oberflächlich
    Ich will, dass Du für mich da bist! Ich bin so erschöpft und muss mich dringend ausruhen! Nur, wenn Du alles für mich tust und immer für mich da bist, kann ich mich erholen. Wenn ich schwach und auf Dich angewiesen bin, merkst Du nicht, dass ich Dich ablehne.
Ich bin mir selbst peinlich und will nicht, dass Du das siehst! Solange ich schwach bin und Deine Unterstützung brauche, bist Du für mich da. Ich bin lieber schwach und hilfsbedürftig als alleine!
  • aufopfernd, zäh, belastbar, oberflächlich
    Nur, wenn ich immer für Dich da bin und alles für Dich tue, fühle ich mich berechtigt hier zu sein. Um immer und zu jeder Zeit für Dich bereit zu sein, habe ich mir meine Bedürfnisse und Gefühle verboten! So erwecke ich den Anschein, dass ich autonom und stark bin. Niemand bemerkt, dass ich das Leben und mich selbst ablehne!
Von Dir gebraucht zu werden ist mir wichtiger, als meine eignen Bedürfnisse und Gefühle! Wenn Du mich mit Deinen Problemen belagerst, gehöre ich dazu.
  • ablehnend, geschäftig, wichtigtuerisch, oberflächlich
    Wenn ich ständig Termine und nie Zeit habe, muss ich mich nicht auf Dich einlassen, so kannst Du mich nicht direkt ablehnen und ich habe das Gefühl, bewundert oder zumindest beneidet zu werden.
Mir ist es wichtiger, jemand zu sein – als geliebt zu werden. Wenn ich bewundert werde, werde ich wenigstens nicht übersehen.
  • unterhaltsam, lustig, träumerisch, oberflächlich
    Warum soll ich mir denn dauernd über alles Sorgen machen, ich kann doch auch fröhlich sein. Das steckt Dich immer an und Du lachst doch gerne mit mir. Ich will nicht darüber nachdenken, wie es mir wirklich geht und Du willst das doch auch nicht. Wenn Du herausfindest, dass ich mich selbst ablehne, würdest Du mir aus dem Weg gehen.
Ich finde es großartig, wenn mich alle witzig finden und gerne mit mir lachen. Bevor ich anfange, ernsthaft über mich oder Dich nachzudenken, stelle ich mir lieber vor, wie schön alles ist und wie toll mich alle finden. Ich werde lieber gerne gesehen, als ernsthaft hinterfragt!
  • gewalttätig, überheblich, bedrohlich, oberflächlich
    Ich erniedrige Dich und lasse Dich ständig spüren wie großartig ich bin, das hält Dich auf Distanz und Du forderst nichts von mir. Egal, was ich Dir erzähle, Du bewunderst mich und hältst alles für bedeutsam. Ich muss mich nicht mit Dir, mir oder meiner Ablehnung auseinander setzen.
Wenn ich Dich unterdrücke und ablehne, fühle ich mich groß und mächtig. Ich werde lieber respektiert und gefürchtet als ignoriert!

Obwohl mein Nein – Verhalten nie nur einem Typ entspricht und immer mal wieder wechselt, ist eine bestimmte Verhaltensweise dominanter als die anderen, diese bestimmt meinen Charakter und das Bild, das ich in der Öffentlichkeit abgebe.

In jedem Fall lehne ich jemanden oder etwas ab, um die Distanz zwischen mir und meinen Gefühlen aufrecht zu erhalten, um meine unterdrückten Gefühle nicht zu spüren und um mich nicht daran zu erinnern – wie ich abgelehnt wurde.

Vom Nein zum Ja!

Ich erinnere mich an die Ereignisse, die zu meinem Nein-Verhalten geführt haben und setze mich mit ihnen auseinander, um zu verstehen, wie ich zu dem Menschen wurde, der ich heute bin. So kann ich mich besser in meinem verletzten – gestörten Verhalten, meinen Blockaden, meinen unterdrückten Gefühlen und meinen Ängsten erfahren. Das ist die Grundvorrausetzung, um meine Selbstablehnung zu begreifen und sie schließlich zu überwinden.

  • Ich muss jeden Tag sehr viel dafür tun, mein Nein aufrecht zu erhalten!
  • Ich muss jeden Tag sehr viel dafür tun, mir mein Nein leisten zu können!
  • Ich muss jeden Tag sehr viel dafür tun, mein Nein zu überwinden!
  • Wenn ich es wirklich will und ernst meine, kann aus meinem Nein ein Ja zu mir selbst werden!

Selbsterfahrungstherapie Gruppe

Die Selbsterfahrungstherapie Gruppe ist ein geschützter Raum, den Du mit Menschen teilst, die genau wie Du unter ihrer Selbstablehnung leiden. Unterstützt von der Gruppenenergie, der Erkenntnis, nicht die Einzige zu sein, die ein Nein zu sich selbst hat, den Übungen, die wir entwickelt haben und unserer Begleitung hast Du die Möglichkeit, Dich auf Dein Nein und Dich selbst einzulassen.

Elemente der Gruppentherapie:

  • Detaillierte Arbeitsunterlagen
  • Ausführliche Erklärungen
  • Kognitive Reflektion / Schreibübungen
  • Gruppengespräche / Partnerübungen
  • Psychologisch-strukturelle Körpertherapie
  • Systemische Aufstellungstherapie
  • Therapeutische Ton- und Atemübungen
  • Impulsiv-emotionaler Ausdruck / Wutarbeit
  • Ausdruckstanz / Inner Dance / Bewegungstherapie
  • Ausdrucksmalen / Maltherapie
  • Meditation / Trancereisen
  • Selbstanalyse

Die Vielzahl und Unterschiedlichkeit der aufeinander abgestimmten Übungen ermöglichen Dir, Dich Deinem Nein aus verschiedenen Richtungen zu nähern, die Ursache zu erkennen und es in seiner Ganzheit zu erfahren. Du hast in jedem Moment die volle Kontrolle, Du bestimmst das Tempo und wie weit Du gehen willst!

Aus Deiner Selbstablehnung, dem Nein zu Dir und Deinen Gefühlen kann ein Ja, kann Heilung und Selbstliebe werden.

Bei Bedarf steht nach der Gruppe therapeutische Unterstützung zur Verfügung. Einzeltherapie, Paartherapie und regelmäßige Aufstellungstage im Zentrum für ganzheitliche Traumatherapie runden unser Angebot ab.

Weiterführende Themen: Angst | Mama | Wut | Nein | Emotionale Gewalt | Mobbing | Macht und Ohnmacht


Bitte beachte die rechtlichen Hinweise zum Inhalt dieser Seite!