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Emotionale Gewalt

Emotionale Gewalt kommt überall da vor, wo Menschen sich begegnen und miteinander leben oder arbeiten: in jeder Familie, Ehe, Beziehung, Institution, Schule,…. Obwohl emotionale Gewalt die am weitesten verbreitete Form von Missbrauch ist, wird sie selten als Missbrauch erkannt und nur in extremen Fällen überhaupt als Gewalt wahrgenommen. Die Ausübung emotionaler Gewalt ist ein direkter, unbewusster und häufig unabsichtlicher Ausdruck der eigenen Traumatisierung.

Warum ist emotionale Gewalt so normal?

Emotionale Gewalt gehört zum alltäglichen Miteinander, wir verletzen uns gegenseitig ohne es zu merken, weil wir es gewohnt sind, uns so zu verhalten. Schon unsere Eltern, Großeltern und die Generationen davor sind so miteinander umgegangen. Sie haben, genau wie wir heute, ihr Verhalten nicht hinterfragt und eine Atmosphäre emotionaler Gewalt geschaffen. Dieses Verhalten und die daraus resultierenden Gefühle von Macht (Täter) und Ohnmacht (Opfer) haben sich mit der Zeit zu psychogenetischen Strukturen entwickelt, wurden Teil unseres Erbgutes und werden als [infopopup:transgenerationaleübertragung]  / Gefühlserbschaft (Freud) von Generation zu Generation weiter gegeben.

Wenn du in einer Atmosphäre emotionaler Gewalt aufwächst, gewöhnst du dich langsam daran und bemerkst nicht, dass du vereinnahmt, abgelehnt, erniedrigt oder manipuliert wirst. Es geschieht subtil und ist integriert im täglichen Miteinander, manchmal ironisch, scherzhaft oder sogar liebevoll. Du empfindest diesen Umgang als normal und beginnst irgendwann selbst, mit anderen so umzugehen.

Was ist emotionale Gewalt?

Emotionale Gewalt ist als Grundatmosphäre alltäglich, unbewusst und unabsichtlich oder sie ist eine Gewalttat, die bewusst und absichtlich ausgeübt wird (siehe Macht und Ohnmacht), um andere zu erniedrigen, zu kontrollieren und gefügig zu machen, wie beispielsweise im Mobbing.

Emotionale Gewalt ist Teil unseres ständigen Kampfes um Anerkennung und Liebe. Wir verwechseln Anerkennung mit Bestätigung und Liebe mit Angst. Nur, wenn andere bestätigen, dass es so richtig ist – wie ich es will, werde ich anerkannt. Nur, wenn andere dafür sorgen, dass ich nicht einsam bin, werde ich geliebt. Als Täter willst du deine Angst und Einsamkeit vor dir selbst und anderen verstecken. Als Opfer hoffst du, nicht mehr einsam zu sein und irgendwann doch noch geliebt zu werden – wenn du nur lange genug durchhältst.

Formen emotionaler Gewalt sind:

  • Emotionale Erpressung
  • Emotionale Manipulation
  • Unterdrückung
  • Liebesentzug
  • Vereinnahmung
  • Ablehnung
  • Vernachlässigung
  • Schuldzuweisung
  • Vorwürfe
  • Erniedrigung
  • Einschüchterung
  • Angstübertragung
  • Verrat
  • Überforderung
  • Konkurrenz
  • Machtspiele
  • Kontrolle
  • rituell – religiöse Manipulation

Ein Film, in dem emotionale Gewalt in unterschiedlichen Facetten, von der Täter und der Opfer Seite dargestellt wird, ist „Schönefeld Boulevard“. Hauptprotagonistin / Hauptfigur ist die 18 Jährige Cindy, stark übergewichtig und vom Leben enttäuscht. Ihr Vater nennt sie scherzhaft Rosinenbomber. Beim Essen sagt der Vater: „Als Stewardess passte ja nich’ durch die Gänge und als Flugeinweiserin wes ick nich. Wat sacht der Rosinenbomber dazu?“ Cindy rülpst. Eine typische Situation für unterschwellige emotionale Gewalt.

Emotionale Erpressung

Emotionale Erpressung ist die bewusste Ausübung emotionaler Gewalt mit der Absicht, ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Sie ist nur möglich, wenn eine Bindung zwischen Täter und Opfer besteht. Das Opfer empfindet dem Täter gegenüber Liebe, Zuneigung, Verständnis und Schuld. Es hat die Hoffnung, dass er es irgendwann von der Schuld erlöst und die Liebe erwidert. Der Täter will über das Opfer bestimmen, es unterwerfen, kontrollieren und gefügig machen. Um das zu erreichen, schafft er eine emotionale und materielle Abhängigkeit.

  • Wenn du tust was ich will – gebe ich dir was du brauchst.
  • Wenn du tust was ich will – muss ich dich nicht verletzen.
  • Wenn du lieb zu mir bist – tu ich dir nichts.
  • Du zwingst mich dazu, weil du nicht tust – was ich will.

„Ich lasse mir das gefallen, weil ich ihn / sie liebe und Angst habe, dass er / sie mich verlässt.“

„Der Feind in meinem Bett“ ist ein Film, in dem die Täter / Opfer Dynamik der emotionalen Manipulation und Erpressung gut zu beobachten ist und so verständlich werden kann.

Emotionale Manipulation

Emotionale Erpressung und emotionale Manipulation folgen einem ähnlichen Muster. Der Täter gibt dem Opfer die Schuld an der Situation. Schuld ist ein machtvolles Instrument, um einen Menschen zu manipulieren und gefügig zu machen. Bei einer Erpressung trägt das Opfer die Schuld am Zustand der gemeinsamen Beziehung und ist selbst an dem schuld, was der Täter ihm antut und welchen Schaden es selbst dadurch erleidet. In der Manipulation ist das Opfer ebenfalls schuld am Zustand der gemeinsamen Beziehung und besonders daran, wie es dem Täter geht.

Zur emotionalen Erpressung und Manipulation gehören:

  • Hörigkeit
  • sexuelle Abhängigkeit
  • Beziehungsabhängigkeit
  • Beziehungssucht
  • Eifersucht
  • Besessenheit
  • Bindungsverlustangst
  • Minderwertigkeit

Emotionale Manipulation ist die absichtliche und bewusste Ausübung emotionaler Gewalt. Der Täter will, dass das Opfer sich schlecht, schuldig und verantwortlich fühlt. So kann er eigenes Fehlverhalten vertuschen und die Verantwortung für den Zustand der gemeinsamen Beziehung, seiner eigenen materielle Situation oder seiner Gesundheit auf das Opfer abwälzen. Der Täter will über das Opfer bestimmen, es unterwerfen, kontrollieren und gefügig machen. Um das zu erreichen, schafft er eine emotionale und materielle Abhängigkeit.

  • Wenn du für mich da wärst – könnte es so schön sein.
  • Wenn du endlich mal aufräumen würdest – könnten wir so glücklich sein.
  • Wenn du nicht dauernd ausgehen würdest – müsste ich dich nicht kontrollieren.
  • Wenn du mich ab und zu mal anrufen würdest – ginge es mir gut.

„Ich lasse mir das gefallen, weil ich ihn / sie liebe, mich schuldig fühle und Angst habe, dass er / sie mich verlässt.“

Welche Folgen hat emotionale Gewalt?

Emotionale Gewalt ist zutiefst verletzend und traumatisierend, sie hinterlässt tiefe Wunden, die ein Leben lang bestehen. Als Opfer verlierst du mehr und mehr deine natürliche emotionale und körperliche Ausdruckskraft – du wirst unscheinbar und sprachlos. Daraus entstehen psychische Störungen und körperliche Erkrankungen.

Befreie dich aus emotionaler Gewalt!

Du bist in die Spirale der emotionalen Gewalt geraten, weil du aufgehört hast dich selbst zu lieben. Du lehnst dich ab! Um dich aus dieser Spirale zu befreien musst du akzeptieren, dass du ein Problem hast und dir professionelle Hilfe suchen.
Es ist notwendig:

  • dich in Sicherheit zu bringen,
  • Kontakt mit dem Täter zu vermeiden,
  • deine Sprachlosigkeit zu überwinden,
  • deine Verwirrung zu erkennen,
  • Mitgefühl für dich selbst zu entwickeln,
  • dich an dich selbst zu erinnern,
  • deine natürlichen Bedürfnisse anzuerkennen,

Wir können dich auf diesem Weg begleiten und dabei unterstützen, dich selbst aus der Spirale der emotionalen Gewalt zu befreien.

Weiterführende Texte:

Mobbing

Macht und Ohnmacht

Angst

Beziehungskrise

Paartherapie

Ganzheitliche Traumatherapie

Symbiosetrauma

Aufstellung

Mama


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