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Macht und Ohnmacht

Wenn wir von Macht reden, denken wir zunächst an Institutionen oder Menschen, die aufgrund:

  • ihrer Größe,
  • ihrer Dominanz am Weltmarkt,
  • ihrer Rolle in Wirtschaft, Religion oder Politik,
  • ihrer Kapitalstärke,
  • ihres Einflusses,
  • ihrer Führungsqualität,
  • ihres Charismas,
  • ihrer Stärke,
  • ihres Reichtums,
  • ihrer Position in der Gesellschaft,

Entscheidungen treffen und über unser Leben bestimmen können, ohne auf unsere Interessen Rücksicht zu nehmen. Sie geben vor, in unserem und im Interesse der Allgemeinheit zu handeln, es ist aber unschwer zu erkennen, dass alle Entscheidungen im Interesse des eigenen Machterhalts getroffen werden.

Wenn wir von Ohnmacht reden, denken wir zunächst an Menschen, die aufgrund:

  • ihrer Armut,
  • ihrer Schwäche,
  • ihrer Unfähigkeit,
  • ihrer mangelhaften Bildung,
  • ihrer Rolle in Wirtschaft, Religion oder Politik,

kein Mitspracherecht haben und zwischen den Interessen der Mächtigen aufgerieben werden. Unter miserablen Bedingungen, ohne Aussicht auf Besserung, sorgen diese Menschen für den Wohlstand anderer.

Macht und Ohnmacht im Alltag

Unser Leben wird vom Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht bestimmt. Wir pendeln zwischen diesen beiden Polen hin und her. In den meisten Fällen sind es unbedeutende Alltagssituationen, in denen wir entweder Macht ausüben oder Ohnmacht empfinden.

In einigen Situationen unseres Lebens scheinen die Rollen jedoch fest verteilt zu sein. Konzerne, Institutionen, Staaten und Menschen in dominanten Positionen sind über lange Zeit mächtig. Sie nutzen ihre Macht, um andere zu destabilisieren, zu unterdrücken, auszubeuten und zu manipulieren, nur um die eigene Macht zu erhalten oder auszubauen und sich selbst einen Vorteil zu verschaffen. In diesen Fällen wird die Ohnmacht bewusst hinter stabilen Fassaden versteckt, sie ist aber auch hier allgegenwärtig. Wenn zum Beispiel ein Fehlverhalten aufgedeckt und in der Gesellschaft als Skandal wahrgenommen wird, bröckelt die Fassade der Macht und die Ohnmacht wird sichtbar.

Auf der anderen Seite befinden sich Volksgruppen, Religionsgemeinschaften, Kulturen, Unternehmen und Menschen in untergeordneten Positionen, die über lange Zeit unterdrückt werden. In ihrer Ohnmacht verlieren sie jegliche Perspektive, hoffen auf Hilfe von außen, geben ihre Verantwortung ab, geben sich selbst auf und machen sich so abhängig von denen, die mächtiger sind. Die eigene Macht ist in einem Sumpf aus Selbstmitleid, Hoffnungslosigkeit und Schuldgefühlen versunken. In Ausbrüchen ohnmächtiger Wut, verdeckten Aggressionen oder Manipulationen mit dem eigenen Leid, die an die Schuldgefühle anderer appellieren, zeigt sich die Macht – der Ohnmächtigen.

Wir alle tragen das Macht / Ohnmacht Prinzip in uns und nehmen beide Energien im Solarplexus (im Oberbauch unter dem Rippenbogen) wahr. Wenn wir Macht spüren, nehmen wir unseren Solarplexus als voll und stark wahr. Spüren wir hingegen Ohnmacht, fühlt er sich an wie ein schwarzes Loch, das alle Energie aufgesaugt hat. Beide Zustände sind Teil der Überlebens- und Abwehrstrategien, das Resultat ungelebter, abgespaltener Persönlichkeitsanteile.

Die große Bühne von Macht und Ohnmacht wird durch die kleine Alltagsbühne genährt und diese findet ihre Nahrung in dem Konflikt zwischen Macht und Ohnmacht in uns.


Macht ist:

  • Angriff
  • Aggression
  • direkte Manipulation
  • Unterdrückung anderer
  • Gewalttätigkeit
  • Arroganz
  • Überheblichkeit
  • Ich zeige mich.
  • Ich will gesehen werden.
  • Ich will auffallen.
  • Ich habe Recht.
  • Das steht mir zu.
  • Ich habe einen Anspruch darauf.
  • Schuld ist immer der andere.
  • kein Mitleid
  • kein Unrechtsbewusstsein


Ohnmacht ist:

  • Rückzug
  • hilflos
  • indirekte Manipulation
  • passive / indirekte Aggression
  • Verständnis für andere.
  • Kein Verständnis für mich selbst.
  • Selbstmitleid
  • Unterwürfigkeit
  • Ich verstecke mich.
  • Ich will nicht auffallen.
  • Ich habe kein Recht.
  • Das steht mir nicht zu.
  • Ich habe keinen Anspruch.
  • Ich bin selber schuld.
  • übertriebenes Mitleid
  • übertriebenes Unrechtsbewusstsein

Das Macht / Ohnmacht Prinzip

Das Macht / Ohnmacht Prinzip ist so alt wie die Menschheit und hat sich über viele Generationen zu einem festen Bestandteil deiner Erbanlagen entwickelt. Genau wie andere Talente und Veranlagungen, die sich in deinem Erbgut befinden, entwickelt sich das Macht / Ohnmacht Prinzip aufgrund deiner Prägung, Konditionierung und Traumatisierung mehr oder weniger stark. Auch wenn du dir dessen nicht bewusst bist, dein Leben ist von einem dieser Prinzipien geprägt. Entweder bist du jemand, der dazu neigt Macht über andere auszuüben oder du gehörst zu den Menschen, die häufiger Ohnmacht empfinden. Egal auf welcher Seite du mehr zuhause bist, du lebst immer in dem Spannungsfeld zwischen beiden Prinzipien. In den Filmen „Die Welle“ und „Das Experiment“ wird dieses Spannungsfeld sehr eindrucksvoll dargestellt. Es wird auf schockierende Weise deutlich gezeigt, wie dünn die Grenze ist und wie schnell und unbewusst wir zwischen beiden Prinzipien wechseln.

Macht

Macht ist aktive Aggression! Du übst Macht über andere aus, um deine Ängste und deine Schwäche vor dir selbst und anderen zu verbergen. Obwohl Macht eine aktive, gegen jemand anderen gerichtete Handlung ist, geschieht das meist unbewusst und du würdest abstreiten, etwas getan zu haben. Die Ausübung von Macht gibt dir ein Gefühl von Kontrolle, Überlegenheit und Stärke, verhindert aber gleichzeitig deine authentische Kraft.

Du gehst durch dein Leben und hast Angst:

  • dass dir jemand etwas wegnimmt.
  • dass dich jemand in deiner Freiheit einschränkt.
  • dass dich niemand wahrnimmt.
  • dass dir jemand im Weg steht.
  • dass niemand deine Anweisungen befolgt.
  • dass niemand dich ernst nimmt.
  • dass niemand deinen Anspruch anerkennt.
  • dass dich jemand manipuliert.
  • dass ein anderer stärker ist.
  • dass dir jemand deine Schwäche zeigt.
  • dass dir jemand deine Position streitig macht.
  • dass dir jemand deine Sicherheit nimmt.

Um das zu verhindern bist du aggressiv, fordernd, moralisierend, rechthaberisch, arrogant, überheblich, manipulierst und greifst an. Du setzt deinen Anspruch durch und nimmst keine Rücksicht auf die Rechte und Gefühle anderer. In deiner Machtposition bist du völlig isoliert, absolut ohne Kontakt nach außen, du stehst losgelöst und einsam über allem.

Meistens ist es dir gar nicht bewusst, dass du Macht ausübst, du fühlst dich jämmerlich, einsam, hilflos, ungesehen, ungeliebt und ohnmächtig. Du nimmst weder deine Aggression noch dein Gegenüber wahr, du siehst nur dein Leid und fühlst dich berechtigt oder sogar gezwungen, aggressiv zu sein.

Du bist überzeugt, dass andere Schuld an deiner Situation sind!

Ohnmacht in der Macht

Direkt hinter der Fassade deiner Macht empfindest du Ohnmacht! Dir hat irgendwann einmal jemand, dem du vertraut hast, großes Leid zugefügt und du hast dir geschworen: „Das passiert mir nicht nochmal, in Zukunft greife ich zuerst an!“ Du hast Angst, verletzt zu werden, übersehen zu werden, du glaubst, weniger liebenswert zu sein als andere, in deinem tiefsten Inneren zweifelst du an dir selbst, du fühlst dich einsam und bist verzweifelt, dass niemand zu dir kommt. Wenn dir jemand begegnet, der mit seiner Macht eine deiner Wunden trifft – fühlst du deine Ohnmacht! Weil du deine eigene Ohnmacht nicht ertragen kannst, übst du Macht über einen Schwächeren aus.

Ohnmacht

Wenn du in deiner Ohnmacht bist, fühlst du dich komplett leer, verzweifelt, energielos, einsam, hilflos, nutzlos, schwach, unbrauchbar, falsch … Du bist vollkommen ausgeliefert und absolut nicht fähig, etwas zu unternehmen, um diesen Zustand ändern. Selbst dann nicht, wenn du genau weist, was zu tun ist. Du bist zutiefst davon überzeugt, dass in deinem Leben nie wieder Freude einkehrt, dass eh alles sinnlos ist und dass dich nie wieder jemand lieben und respektieren wird. In deiner Ohnmacht verschleiert Selbstmitleid, deine authentische Kraft.

Du gehst durch dein Leben und hast Angst:

  • vor Konflikten.
  • jemand anderem etwas weg zu nehmen.
  • andere in ihrer Freiheit einzuschränken.
  • anderen eine Grenze zu setzen.
  • im Unrecht zu sein.
  • keinen Anspruch auf das zu haben, was du willst.
  • andere zu verletzen.
  • dass du anderen im Weg stehst.
  • dass jemand sieht, dass du ein Versager bist.
  • andere zu manipulieren.
  • stärker zu sein.
  • jemandem Unrecht zu tun.

Um zu verhindern, in Konflikte zu geraten, die du sowieso nicht gewinnen kannst, weil du im Unrecht bist, ignorierst du deine Bedürfnisse. Die vorderen Plätze überlässt du großzügig anderen. Du unterstützt deren Überheblichkeit, hast Verständnis für ihr Fehlverhalten und beschwichtigst. In deiner Ohnmacht bist du isoliert, du hast absolut keine Verbindung nach Außen, du ziehst dich in dich selbst zurück.
Du bist überzeugt, dass du selbst schuld an deiner Situation bist – übernimmst aber keine Verantwortung.

Macht in der Ohnmacht

Du benutzt deine Ohnmacht, um keine Verantwortung für dich und dein Leben übernehmen zu müssen. Wenn du laut, lange und auffällig genug leidest, kommt jemand der Mitleid mit dir hat und die Verantwortung für dich übernimmt. Du weißt ganz genau, wie du andere manipulieren musst, damit sie sich – um dich kümmern. Du leidest immer gerade genug, um versorgt zu werden. Du bist passiv und gleichzeitig aggressiv.

Passive Aggression ist:

  • Liebesentzug,
  • Vorwürfe,
  • Schuldzuweisung,
  • Ton abstellen,
  • spitze Bemerkungen,
  • Vorwürfe,
  • Ansprüche,
  • Augen verdrehen,
  • auffällig Leiden,

Du bist so identifiziert mit deiner Ohnmacht, dass du nicht merkst, wie du Macht über andere ausübst. In all dem Leid kannst du weder dich selbst, deine wahren Bedürfnisse noch dein Gegenüber wahrnehmen. Du willst einfach nur gerettet werden und bist nicht bereit Verantwortung für dich selbst zu übernehmen. Menschen, die deine Forderungen und Ansprüche nicht erfüllen, strafst du mit Liebesentzug, Verachtung und Erniedrigung. Direkt hinter dem Schleier der Ohnmacht ist deine Macht, in Form von passiver Aggression!

Macht und Ohnmacht im Missbrauch

Wenn du als Kind missbraucht wirst, beginnt sich das Macht / Ohnmacht Prinzip in dir zu entwickeln. Im Missbrauch bist du unterlegen und empfindest Ohnmacht. Aus Angst, Hilflosigkeit und Verwirrung entsteht passive Aggression.

Während du missbraucht wirst, trennen sich dein Körper und dein Bewusstsein – du dissoziierst. Um der Erniedrigung, dem Schmerz und der Todesangst während des Übergriffs zu entkommen erhebst du dich über die Situation und flüchtest in eine Fantasiewelt. Daraus entwickelt sich ein Gefühl der Überlegenheit und Kontrolle. Du verdrängst den Missbrauch nicht einfach nur, du bist überzeugt, dass dir nichts passiert ist. Der Täter hat es versucht, aber du hattest alles unter Kontrolle und konntest ihm entkommen. Dein Leben ist geprägt von der Macht, überlegen zu sein und alles unter Kontrolle zu haben. Das kannst du für nichts in der Welt aufgeben, nicht für die Liebe, nicht für dein Leben, nicht für dein Glück, nicht für die Freude und schon gar nicht für die Aufarbeitung deines Missbrauchs (der in deiner Vorstellung nie stattgefunden hat) – das ist viel zu gefährlich. Die Macht der Kontrolle behindert deine Aufarbeitung!

Während du missbraucht wirst, trennen sich dein Körper und dein Bewusstsein – du dissoziierst. Um der Erniedrigung, dem Schmerz und der Todesangst während des Übergriffs zu entkommen, steigst du aus. Du überlässt dem Täter deinen Körper und schaltest dein Bewusstsein ab. Daraus entstehen Schuldgefühle und Selbstvorwürfe, du verachtest nicht den Täter, sondern dich selbst. Zusammen mit Selbstvorwürfen wie beispielsweise: ich hätte besser aufpassen müssen, ich hätte nicht vertrauen dürfen, ich hätte es kontrollieren müssen, ich habe versagt oder warum war ich bloß so gutgläubig, verdrängst du den Missbrauch in dein Unterbewusstsein. Aus den Selbstvorwürfen werden Glaubenssätze und dein Leben ist von Ohnmacht geprägt. So etwas darf nie wieder passieren! Obwohl du krampfhaft versuchst, alles zu kontrollieren – verlierst du ständig die Kontrolle und du bist stinksauer auf dich selbst. Das ohnmächtige Gefühl, versagt zu haben und der Zwang, es unbedingt kontrollieren zu wollen – behindern deine Aufarbeitung.

Für deinen Missbrauch bist du nicht verantwortlich,
für dich selbst und deine Aufarbeitung schon!


Macht und Ohnmacht erlösen

Um das globale Spannungsfeld zwischen Macht und Ohnmacht aufzulösen, musst du zuerst dich selbst aus deinem inneren Spannungsfeld befreien! Um das zu erreichen, musst du dich mit deiner Traumatisierung, deinen Überlebens- und Abwehrstrategien, Verdrängungs- und Vermeidungsmustern, abgespaltenen Persönlichkeitsanteilen, unterdrückten Emotionen und deiner blockierten Lebensenergie auseinander setzen.

Wenn deine Lebensenergie fließt, bist du in deiner authentischen Kraft! Du wirst nie wieder Macht ausüben oder Ohnmacht empfinden. In deiner Kraft nimmst du aktiv und direkt am Leben teil. Verhaltensmuster, die fehlende Lebensenergie ersetzen oder einen Mangel überspielen – sind nicht mehr notwendig.

Ein ganz alltägliches Ereignis
Welchen Sinn hat das Macht / Ohnmacht Prinzip

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